Westfalenpost

"Wenn Murdo BVB-Trainer wird" (10.04.08 Westfalenpost)

So schön war es damals, als der BVB den DFB-Pokal holte. Murdo MacLeod
(3. von rechs) und das Team von 1989. Gilan und Mhairi MacLeod (hinten
von links) sowie die Enkel des ehemaligen BVB-Profis Murdo MacLeod,
Murdo jun. und Victoria (vorne von links), fühlen sich bei Monika
Wimmeler in *Budberg* sehr wohl. Darüber freuen sich auch Kristin,
Carolin, Florian, Laurenz und Jonathan Wimmeler. Foto: Lutz Risse

Von Lutz Risse

Werl-Budberg. "Wir essen gerne Königsberger Klopse. Eigentlich sind wir
hier nur am essen." Mutter Mhairi MacLeod und Tochter Gilan genießen die
deutsche Küche. Sie können in Werl-Budberg viel besser schlemmen als in
ihrer schottischen Heimat.

MacLeod? Da muss es doch bei den eingefleischten Fans des
Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund sofort klingeln. Murdo Davidson
MacLeod spielte von 1987 bis 1991 für die Schwarz-Gelben. Der
kampfstarke Schotte entwickelte sich schnell zu einem der beliebtesten
Spieler und gewann mit den Dortmundern den DFB-Pokal 1989 (4:1 gegen
Werder Bremen). Heute tritt er als Kommentator bei Fußballereignissen
der BBC auf.

Dortmund, *Budberg*, Glasgow! Eigentlich liegen doch Welten dazwischen,
aber Ehefrau Mhairi erzählt: "Wir haben dreieinhalb Jahre in *Budberg*
gelebt, als mein Mann in Dortmund gespielt hat." Sie besaßen ein Haus
gegenüber von Monika und Karl Wimmeler, bei denen sie zurzeit während
ihres Aufenthaltes in Werl wohnen. Die Freundschaft blieb bis heute
bestehen. "Als Dortmund Pokalsieger wurde, haben wir in *Budberg* ein
großes Straßenfest gefeiert", tauschten die MacLeods sogleich
Erinnerungen mit Familie Wimmeler aus.

Tochter Gilan, die jetzt auch ihre Kinder Victoria (4) und Murdo jun.
(3) mit nach Werl brachte, besuchte drei Jahre lang das
Ursulinengymnasium. "Zu meinen damaligen Klassenkameraden habe ich
leider keinen Kontakt mehr", bedauert die 30-Jährige. "Aber die Zeit in
Werl war sehr schön." Der Schulbesuch am UG prägte ihre Zukunft, den
heute unterrichtet sie Deutsch in Helensburgh bei Glasgow, die heutige
Heimat der MacLeods.

Mhairi MacLeod würde gerne wieder in Deutschland leben. "Am liebsten
wieder in *Budberg* wohnen", sagt die sympathische Schottin. "Wenn mein
Mann Trainer mal beim BVB wird, wohnen wir auch wieder hier."

Gilan, Victoria und Murdo jun. müssen Freitag schon wieder in ihre
Heimat fliegen. Aber Mhairi und Murdo sind am 19. April zum
DFB-Pokal-Endspiel zwischen BVB und Bayern München eingeladen. "Mein
Mann hat 1989 gesagt, dass es schwer wird, und sie haben gewonnen. Also
sage ich, dass Dortmund Samstag 1:0 gewinnt."